Mittwoch, 26.10.2011, 13:00 - 14:00 Uhr, Saal 2
Gauck J. (Berlin)

Dr. h.c. Joachim Gauck
Dr. h.c. Joachim Gauck ist ein deutscher evangelischer Theologe, Politiker und Publizist. Viele Jahre wirkte er bei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg als Pastor und später als Organisator des Kirchentages 1988 mit dem Motto: Brücken bauen. Er war Mitinitiator der kirchlichen und politischen Protestbewegung in Mecklenburg und Sprecher des Neuen Forums in Rostock. Bei den ersten freien Wahlen wurde er in die Volkskammer gewählt und 1991 zum Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR berufen. Durch den Aufbau der "Gauck-Behörde" und seine kompromisslose Amtsführung hat er sich Respekt und Anerkennung quer durch die politischen Lager verschafft. Als Mahner und Moralist wurde er zu einer Art gesamtdeutscher Instanz.
Nach dem Ende seiner Amtsperiode wurde Dr. h.c. Joachim Gauck 2001 Deutsches Mitglied des Verwaltungsrates der "Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" und ist seit 2003 Vorsitzender der Vereinigung "Gegen Vergessen - Für Demokratie".
Der große Respekt, den die Deutschen seiner Lebensleistung entgegenbringen, wurde in der (Partei-) Grenzen überschreitenden Anerkennung reflektiert, die seine Kandidatur zum Bundespräsidenten 2010 trug.
In seinen Reden und Schriften formuliert Gauck seine Vorstellungen einer solidarischen Gesellschaft, vom aufrechten Menschen, dem Gemeinwohl verpflichteten Bürger - wissend, dass die Realität gelegentlich davon abweicht. "Die Freiheit des Erwachsenen heißt Verantwortung" lautet seine These. Wer Verantwortung übernehme, verschiebe automatisch seinen Schwerpunkt. In ähnlicher Weise verhält es sich mit der Bereitschaft, die Möglichkeiten der Mitgestaltung einer Gesellschaft wahrzunehmen. Deshalb setzt sich Dr. h.c. Joachim Gauck für eine "Freiheit als Verantwortung" ein und nicht für die "Freiheit der Übermütigen". Menschen können - und sollten - Verantwortung für sich und für andere übernehmen. Jeder kann an seiner Stelle zu einem Leben in Verantwortung und Freiheit beitragen um die Errungenschaften der westlichen Demokratie zu erhalten: Gewissensfreiheit und Meinungsfreiheit, Freiheit der Forschung und Freiheit der Religion, die Grundrechte als auch die Menschenrechte.
Dr. h.c. Joachim Gauck ist nicht nur ein kluger und hoch engagierter Mensch - er ist insbesondere auch ein glänzender und mehrfach ausgezeichneter Rhetoriker. Er formuliert mit Eleganz und Humor, seine Gedanken sind logisch, sein Vortrag emotional - ihn zu hören, ist ein Erlebnis!
Donnerstag, 27.10.2011, 13:00 - 14:00 Uhr, Saal 2
Perren S. M. (Davos)
Prof. Dr. med. Stephan Perren
Welcher Unfallchirurg und Orthopäde kennt ihn nicht, Prof. Dr. med. Stephan Perren aus Davos! Uns allen ist er bekannt als Pionier in der systematischen Erforschung der Mechanik und vor allem der Biologie der Knochenbruchheilung. Mit unbeirrbarer Durchsetzungsfähigkeit, Energie und visionärer Kraft gelang es ihm aus den bescheidenen Anfängen der Grundlagenforschung der AOFoundation in Davos das weltweit größte Einzelinstitut für muskuloskelettale Forschung zu entwickeln. Immer "Querdenker" hat er eine große Zahl von jungen Wissenschaftlern und Klinikern geprägt und ihnen geholfen, die Grundlage für ihre oft äußerst erfolgreichen Karrieren zu erarbeiten. Wenig bekannt ist allerdings, dass Stephan Perren eine hohe Affinität zur Fliegerei und allen technischen Neuentwicklungen hat. Bis vor wenigen Jahren als Pilot sowohl von Privatflugzeugen als auch Hubschraubern aktiv, absolvierte er 2006 zusammen mit seinem Sohn, dem Architekten Nicholas Perren, in einem einmotorigen Mooney Sportflugzeug einen erfolgreichen Flug rund um die Erde. Während des Fluges besuchten beide eine große Zahl von orthopädisch unfallchirurgischen Einrichtungen und diskutierten in wissenschaftlichen Veranstaltungen intensiv über die weltweite Perspektive der aktuellen Problematik der osteoporosebedingten Frakturen. In der Mittagsvorlesung wird Prof. Perren nicht nur grundlegende Gedanken zum Sinn und Unsinn, zu Planbarkeit und Überraschungsmomenten in der Forschung mit uns teilen, sondern uns auch seine Lebensphilosophie über Ziele, Visionen und den Umgang mit Rückschlägen vermitteln. Lassen Sie sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen, kommen sie mit auf eine eindrucksvolle Reise um die Welt und erleben Sie biomedizinische Forschung aus einer ganz anderen Perspektive!
| 1963 - 1967 | Kantonsspital Chur, Chirurgie (Prof. Dr. M. Allgöwer) |
|---|---|
| 1967 - 1995 | AO Forschungsinstitut (Leiter) |
| 1980 | Prof. (ao) Universität Basel "Experimentelle Chirurgie" |
| 1982 | Prof. (ao, hauptamtlich) Universität Bern "Chirurgische Forschung" |
| 1982 - 1988 | Direktor des M.E.M.-Institutes für Biomechanik der |
| 1987 | DSc. (h.c.) Universität Guelph (CND) |
| 1988 | Honorar-Professor, Universität Bern |
| 1993 | Universität Montevideo, Professor (h.c.) |
| 1995 | Universität von Wales, Aberystwyth, Professor (h.c.) |
| seit 1996 | Senior Scientific Advisor der AO Foundation |
| 2005 | Adj. Professor Queensland University of Technology Universität Bern |
Freitag, 28.10.2011, 13:00 - 14:00 Uhr, Saal 2
Wirth C. J. (Hannover)

Prof. Dr. med. Carl Joachim Wirth
1978 erschienen die "Kapselbandläsionen", ein exzellentes Buch, das für viele Jahre grundlegend für die orthopädisch/ unfallchirurgische Behandlung von Gelenkerkrankungen war, und das zahlreichen jungen Wissenschaftlern den Einstieg ins Thema vermittelte. Einer der Autoren war Professor Carl Joachim Wirth. Dieses Buch war sein erstes. Eine ganze Reihe von Standardwerken unseres Faches folgte.
Professor Carl Joachim Wirth hat als klinischer und wissenschaftlicher Lehrer sowie als Forscher in München und Hannover gewirkt. Er hat zahllose neue Ideen in die orthopädische Chirurgie eingebracht. Er ist ein großartiger Inaugurator und Förderer wissenschaftlicher Projekte. Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenkes mögen diesbezüglich einen seiner Schwerpunkte darstellen. Seine Idee, den zerstörten oder entfernten Meniskus durch ein Transplantat zu ersetzen, machte ihn und seine Arbeitsgruppe zu Vorreitern in der internationalen orthopädischen Sportmedizin.
Mit Professor Carl Joachim Wirth hält einer der großen Lehrer und Vordenker unseres Faches die diesjährige Pauwels Gedächtnisvorlesung. Als Thema hat er den Meniskus gewählt.
| 1940 | geboren in Remscheid |
|---|---|
| 1960 - 1967 | Medizinstudium, Ludwig Maximilian Universität München |
| 1967 | Promotion |
| 1967 - 1969 | Medizinalassistent (Chirurgie, Frauenklinik, pathologisches Institut, Innere Medizin) |
| 1969 - 1977 | Assistenzarzt (Chirurgie/Orthopädie) |
| 1974 | Facharzt für Orthopädie |
| 1977 | Habilitation |
| 1977 - 1988 | Oberarzt und leitender Oberarzt, Orthopädische Klinik der Ludwig Maximilian Universität München, Klinikum Großhadern |
| 1983 | Professur |
| 1984 - 1986 | Kommissarische Leitung der Klinik |
| 1988 - 2006 | Lehrstuhlinhaber für Orthopädie und ärztlicher Leiter Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover im Annastift e.V. |
| 2005 | Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie |
Kurz vor Jahresende blicken wir noch einmal auf vier intensive Kongresstage im Oktober zurück....
Waren Sie unter den 642 Delegierten, die sich an der Kongressevaluation beteiligt haben? Dann gilt...